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Die Milleniumsziele: Ein Fahrplan gegen weltweite Armut

Die 85 reichsten Menschen besitzen ein Vermögen, das so groß ist, wie das der 3,5 Milliarden ärmsten Menschen. Arm und Reich klafft auf der Welt immer weiter auseinander. Oft liegt unglaublicher Reichtum und extreme Armut ganz dicht beieinander. So haben sich im Jahr 2000 die Vereinten Nationen (UNO), Vertreter der Weltbank, die OECD und verschiedene NROs auf eine Liste mit acht Zielen verständigt, um weltweite Armut zu beenden. Diese Ziele wurden für das Jahr 2015 gesteckt und wurden als Millennium-Entwicklungsziele (englisch: Millennium Development Goals, MDGs) bekannt.

Wie kam es zu diesen Zielen? Die Vereinten Nationen begannen bereits in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit zehn Jahreszielvorgaben die Länder des globalen Südens weiterzuentwickeln. Die Konzentration lag dabei bis in die 90er Jahre hinein auf der Förderung des wirtschaftlichen Wachstums. Der erste Bericht über die menschliche Entwicklung der Vereinten Nationen 1990 zeigte, dass ökonomisches Wachstum (Trickle Down Effekt) allein nicht die automatische Verminderung von Armut und die Verbesserungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Demokratie brachte. In Kopenhagen, auf dem Weltsozialgipfel(1995) beurteilte die Weltgemeinschaft den sozialen und wirtschaftlichen Zustand eines Landes als gleichbedeutend. Seit diesem Zeitpunkt erst werden die sozialen Fragen als weltweites Problem angesehen. In den Milleniumszielen wird der starken Vernetzung und Abhängigkeit der unterschiedlichen sozialen und wirtschaftlichen Probleme Rechnung getragen und die Problematik weltweiter Armut ganzheitlich betrachtet.

Nun haben wir das Jahr 2015 erreicht. Die Vereinten Nationen ziehen eine gemischte Zwischenbilanz. So werden die Ziele bei der Bekämpfung von Malaria, Tuberkulose und bei der Behandlung von HIV wohl erreicht werden. Auch die Halbierung der extremen Armut, als eins der wichtigsten Ziele wird wohl erreicht. Heute leben etwa 700 Millionen Menschen weniger in extremer Armut als 1990. Als maßgeblich verantwortlich für den Etappensieg gelten allerdings die Fortschritte in den bevölkerungsreichsten Ländern wie Indien und China, während in vielen anderen Ländern keine nennenswerten Verbesserungen zu verzeichnen waren. Aus dem aktuellen Welthungerbericht (Mai 2015) geht hervor, dass die Zahl der hungernden Menschen auf 795 Millionen (2014: 805 Mio.) gesunken ist. Ebenfalls konnte in Indien und China die Zahl der Hungernden reduziert werden. Die meisten unterernährten Menschen leben in Subsahara Afrika. Doch die Krisen in Syrien und Irak können diese positive Entwicklung gefährden. Hinter den Zielen zurück liegt man dem Bericht zufolge beim verbesserten Zugang zu Sanitäranlagen. Eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu Toiletten. Dies führt oft zu Infektionskrankheiten. Beim Durchlesen des Berichts kommt man nicht umhin, ein durchwachsenes Fazit zu ziehen. Aber es ist gut, dass die Weltgemeinschaft die Situation der Ärmsten der Armen im Blick hat und hoffentlich ehrgeizig an der Erfüllung neuer hoffnungsvoller Ziele arbeitet. Die MDGs sind im Sinne Gottes, denn sie greifen Gottes Sorge um die Armen auf.

Eine kurze Bilanz der MDGs kann man sich hier auf YouTube ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=A5giOGjj5X8

Wer es genauer wissen will, der kann sich gerne hier den Bericht der UN aus dem Jahr 2014 durchlesen:

http://www.un.org/depts/german/millennium/MDG%20Report%202014%20German.pdf

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