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Hunger und Armut

Bis 2015 haben sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen bei den Milleniumszielen dazu verpflichtet, Hunger und Armut bis 2015 zu halbieren. Doch leider wird dieses Ziel wohl nicht erreicht. Auch wenn sich die Werte des Welthunger-Index (WHI) um 39 Prozent verbessert haben: In Ruanda, Nigeria, Angola oder Äthiopien wurden Erfolge erzielt und dazu beigetragen, dass weltweit nur noch ein Drittel der 805 Millionen hungernden Menschen in Afrika lebt.  2013 lag die Zahl der chronisch Unterernährten noch bei 842 Millionen. Trotzt allem Erfolg, es gibt noch ein ernstzunehmendes Problem: der verborgene Hunger. Laut dem Welthunger – Index von 2014 sind von diesem Zustand zwei Milliarden Menschen betroffen.

Insbesondere Kinder tragen die Kosten

Bei dem „verborgenen Hunger“ kann die tägliche Kalorienzufuhr erreicht werden, aber aufgrund der nicht ausgewogenen Ernährung,  führt der  Mangel an lebenswichtigen Vitaminen, Elektrolyten und Spurenelementen vor allem bei Kindern – insbesondere in den ersten 3 Lebensjahren – zu dauerhaften Schäden. Die kognitive Entwicklung ist eingeschränkt.

In Indien leiden mehr Jungen und Mädchen unter verborgenem Hunger als in Afrika. Reis, Hirse, Linsen oder Fladenbrot steht auf dem täglichen Speiseplan. Nur selten gibt es Obst, knackiges Gemüse, Fleisch oder. Diese einseitige Ernährung führt zu Müdigkeit, Schwäche und oft auch zu Erkrankungen. In Deutschland dagegen landen allein 346 Millionen Kilo Fleisch im Müll. „Ich weiß, dass ich ihm nicht das richtige Essen gebe. Aber was soll ich tun? Ich habe nichts anderes. Ich spare ja schon das Beste für meine Kinder auf“, so wurde eine Mutter als Beispiel für viele in der Welt kompakt vom 16. Oktober 2014 zitiert.  Vor allem Kinder, deren Körper durch Mangelernährung nicht richtig wachsen kann, leiden unter Mangelernährung und viele sterben daran.

Hunger: Verschiedene Ursachen

Menschen leben in extremer Armut wenn ihnen weniger als 97 Cent (1,25 Dollar ) zur Verfügung steht. Ein solcher Haushalt, so schreiben Duflo und Banerjee in ihrem Buch „Poor Economics“, könnte theoretisch 30 Prozent mehr für Essen ausgeben. Jedoch geht in so manchem Haushalt Geld für Rauchwaren, Alkohol oder Feierlichkeiten drauf. Und selbst bei steigendem Einkommen kommt es oft zu keiner steigenden Kalorienaufnahme, so Duflo und Banerjee.  »Das Rätsel ist, dass die Menschen scheinbar nicht mehr Nahrungsmittel wollen, obwohl mehr Nahrung und vor allem besser ausgewählte Nahrungsmittel sie und ihre Kinder fast mit Sicherheit erfolgreicher im Leben machen würden«, schreiben die Autoren.

„Eine rapide wachsende Nachfrage nach Nahrungsmitteln, die Nutzung globaler Ernten für andere Zwecke wie Bioenergie, Kosmetika, Viehfutter und eine sehr effiziente Fleischproduktion haben zu boomenden Preisen und Nahrungsmittelspekulationen geführt“, so schreibt Ralf Südhoff, der Leiter des World Food Programm. Weltweit verursacht der Hunger Kosten von 2,7 Billionen Euro pro Jahr. Eine Studie der Cost of Hunger belegt: Wenn es gelingt, den Hunger zu besiegen, steigt das Bruttosozialprodukt pro Jahr in einem Land des globalen Südens um zehn Prozent – eine echte Chance für solche Länder.

Drei von vier Hungernden in der Welt sind Bauern, Viehhalter und Landarbeiter. Doch vielfach investieren afrikanische Regierungen nicht in die Entwicklung der ländlichen Räume. Die Rechte einheimischer Bauern werden oft missachtet. Viele Kleinbauern werden enteignet und das Land an international agierende Lebensmittelkonzerne verpachtet. Der Klimawandel verschärft oft das Hungerproblem. Wenn durch Trockenheit die Ernten gering ausfallen, explodieren die Preise und viele arme Menschen können sich wichtige Lebensmittel nicht mehr leisten.

Schluss mit Hunger – aber wie?

Viele Experten sehen eine Verbindung zwischen Bildung und Hunger: Ohne angemessene Bildung wird auch der Hunger nicht beseitigt. Viele Menschen aus ärmeren Ländern wissen nicht wie sie sich ausgewogen ernähren und Gemüse gesund zubereiten und konservieren können. Der Bundesumweltminister Gerd Müller will die Landwirtschaft in Afrika modernisieren, da er Defizite in effizienten Produktionsmethoden sieht: eine rentable Landwirtschaft sieht er als zentralen Lösungsansatz. Ebenso müssen Kleinbauern davor geschützt werden, dass ihnen ihr Land genommen wird, um es Konzernen zu geben. Um den Landraub zu kontrollieren muss die internationale Gemeinschaft Regeln aufstellen. Ob diese häufig diskutieren Lösungsansätze ausreichen? Das wäre schön.

 

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