Drücken Sie Enter, um das Ergebnis zu sehen oder Esc um abzubrechen.

Lasst uns Afrika retten!

Wenn Hilfsorganisationen ein afrikanisches Kind für ihre Fundraising-Filmchen brauchen, dann sollten sie Michael anrufen – er ist Profi. Ein provokanter Clip, der mit Stereotypen aufräumt. Produziert wurde er von SAIH „Norwegian Students and Academics International Assistance Fund“ und iKind Media.

Viele Fundraising Bemühungen von Organisationen, die im globalen Süden (politisch korrekt für Entwicklungsland) arbeiten, nutzen die im Film sehr zynisch dargestellten Klischees, um Spenden zu generieren. Diese Filme, aber auch andere Werbemaßnahmen, zeigen häufig einen reichen weißen Erwachsenen, der sich um ein armes schwarzes Kind in Afrika kümmert. Wenn ich ehrlich bin, konnte ich dieser Art von Werbung (wenn sie gut gemacht war) eine Zeit lang etwas abgewinnen. Weil sie mir das Thema Armut nah bringt und ich mich gerne mit der weißen Person identifizieren möchte, die dort hilft. Das generiert Spenden. Und ich werde emotional berührt. Das Problem: Die Langzeitschäden von Stereotypen entmachten Menschen anstatt sie zu bevollmächtigen.

Denn was wäre, wenn dein Kind dort abgebildet würde? Würde ein Kamera-Team aus einem noch reicheren Land in dein Haus kommen, deine Kinder filmen und damit auf die Tränendrüse drücken? Was macht das mit deinem Stolz? Mit deiner Würde und der deiner Kinder? Mit dem Glauben an dich selbst und deine Fähigkeit, für deine Kinder zu sorgen?

Für die meisten Hilfswerke ist dieses Thema unangenehm. Denn diese Art von Werbung funktioniert. Sie bringt Geld. Wichtiges Geld für oft sehr gute und wichtige Arbeit. Was ist also die Alternative?

Da gibt es natürlich nicht DIE Alternative. Was aber zählt: die Bereitschaft nach Alternativen zu suchen.

Werke und Organisationen sollten konstant nach der Würde der Menschen fragen und Armut nicht für Fundraising-Zwecke instrumentalisieren. Sie dürfen Armut darstellen. Aber so, dass die Menschen dahinter nicht bloß gestellt werden.

Der allgemeine Spender sollte die Augen offen halten. Er sollte würdevolle Darstellung in der Werbung mit Geld und anderer Unterstützung belohnen. Wer etwas sieht, kann Werke darauf hinweisen. Denn vielen ist die Problematik nicht bewusst. Sie machen das, was funktioniert.

 

 

Google+WordPressBlogger PostEvernoteFacebookTwitter
Kommentare

Hinterlassen Sie ein Kommentar