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Refguees welcome: Was wir von Joko und Klaas lernen können

Yoko und Klaas sind definitiv nicht Deutschlands Moralapostel. Sie sind dafür bekannt, in Hundekacke zu treten, sich den Mund zutackern zu lassen und Snickers zu frittieren. Sie wissen selbst, dass sie kaum einer ernst nehmen kann. Und trotzdem haben sie klarere, ernstere Worte zur aktuellen Flüchtlingsdebatte gefunden, als manche Christen in meinem Umfeld, von denen ich das eigentlich erwartet hätte.

Mein guter Freund, nennen wir ihn Peter, ist kein Fremdenhasser. Er ist ein Mann von Welt. Gebildet, Gutverdiener, er steht ein für christliche Werte. Deshalb ist er besorgt um Deutschland. Zum Beispiel um unser christliches Erbe, da mit den Flüchtlingen auch so viele Moslems kommen. Wie sollen die alle integriert werden und wer soll das alles bezahlen? Er als Steuerzahler, obwohl doch viele Flüchtlinge aus sicheren Ländern kommen und doch eigentlich nur vor der Armut fliehen? Ins Ausland spendet er gerne Geld, damit es denen dort gut geht und sie gar nicht erst zu uns kommen müssen. Rechtsradikal sein – nichts liegt Peter ferner. Niemals würde er wie die Nazis in Heidenau Plakate hochhalten und Hassparolen grölen. Lampedusa findet er tragisch und Einzelschicksale von Flüchtlingen auch, aber an seiner politischen Meinung ändert das wenig. So richtig willkommen heißen kann Peter die Flüchtlinge in Deutschland nicht.

Ich finde: Genau das müssten Christen aber tun, in diesem Sommer, in dem Deutschland seine hässlichste Fratze zeigt. Christen sollten die Fremdenfeindlichkeit und die Angst übertönen. Sie sollten sich klar abgrenzen von Facebook-Hassern und Parolen-Brüllern und Flüchtlinge mit offenen Armen und Herzen willkommen heißen. Natürlich kann man nicht alles schön reden und die Augen vor den möglichen Problemen verschließen. Irgendwann können wir auch gerne darüber diskutieren, wie die Flüchtlinge integriert werden können, wer das bezahlen soll und so weiter. Aber doch nicht jetzt! Auf keinen Fall jetzt. Jetzt ist die Zeit, um den Mund aufzumachen und sich hinter die Heimatlosen und Schutzsuchenden zu stellen – einfach nur, weil das andere so ekelhaft ist, so menschenverachtend und hässlich, und weil man nichts damit zu tun haben will.

Und das gilt für jeden Deutschen, aber gerade für Christen. Denn wer die Bibel liest, erkennt: Auch Gott steht auf der Seite der Verfolgten, Heimatlosen und Fremden. In den Prophetenbüchern des alten Testaments ermahnt Gott sein Volk immer wieder, den Schwachen zu helfen, für Gerechtigkeit zu sorgen und die Armen nicht auszubeuten. Jesus selbst kam in Armut und identifizierte sich mit den Schwachen und Fremden. In ihm wird das Wesen Gottes für uns greifbar. Er tröstet die Trauernden, er heilt die Kranken, die Gefangenen befreit er, er schützt die Schwachen und er gibt denen eine Stimme, die sonst keiner hört.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich so was mal sagen würde, aber mancher Christ sollte sich in diesem Sommer ein Beispiel an Joko und Klaas nehmen und endlich klare Worte finden: REFUGEES WELCOME

Hier geht’s zum Video von Joko und Klaas

 

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Gott der Flüchtlinge von Roland Werner

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